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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Donnerstag, 11. April 2013 | Thema: Allgemein, Edewecht ..., Telekommunikation

Absurditäten des Wettbewerbs oder wie komme ich zu einem schnellen Internetanschluss

LTE800 kommt für die südliche Ortsteile von in 2013

als 1998 der Markt für die Telekommunikation geöffnet wurde versprach man den Kunden, dass nun paradiesische Zeiten anbrechen werden, die Preise sollten ins „Nichts“ purzeln und die prognostizierte Angebotsvielfalt würde den Kunden nur bezüglich der Wahl quälen.  Was ist aus diesen Versprechungen geworden?

„Seit ihrer Privatisierung hat die Telekom mehr als 100000 Stellen gestrichen.“ schreibt die Zeit-online am 03.03.2005, ich glaube nicht, dass sich dieser Trend bis heute geändert hat. Nun könnte man sagen, dass dafür ja die neu auf den Markt gedrängten Unternehmen auch neue Arbeitsplätze geschaffen hätten, denn die prognostizierte Angebotsvielfalt muss ja auch von Menschen produziert werden. Mag sein, dass der eine oder andere Telekomer bei Vodafone und Co. unterkommen konnte. Lassen wir diese vereinfachte Rechnung einfach mal unkommentiert stehen und schauen die Angebotsvielfalt der nun unzähligen Anbieter, die ich als Husbäker nun Nutzen kann mal an.

Nach vielen Warteschleifen kommt man zu einem ernüchternden Ergebnis, die Angebotsvielfalt besteht aus Telekom und EWE, na immerhin, schließlich ist hier ja mit unseren Steuergeldern gesponsert, offen für alle Anbieter, das Kabelnetz für schelles aufgerüstet worden. Zumindest theoretisch (lesen Sie hier zu auch: Breitband für Husbäke, Süddorf und Jeddeloh II auch für Nicht-EWE-Tel-Kunden möglich), leider wird schnell klar, als Telekomkunde schaut man in die Röhre, die Telekom kann aus technischen Gründen das fremde Netz der EWE, die den Zuschlag für den Ausbau bekam, nicht nutzen. Damit platzte die Blase der Angebotsvielfalt, denn die meisten Vertreiber von schnellem DSL wie 1&1, Congstar und wie sie noch alle heißen, nutzen als Wiederverkäufer von Telekomprodukten natürlich auch die Telekomtechnik, der Rest wie Vodafone und O2 beispielweise, haben im südlichen Gemeindegebiet auch keine Alternativen anzubieten.

Okay diese Schiene der Angebotsvielfalt läuft ins Leere, also bleibt nur der Anruf bei Schiene 2, der EWE. Auf die Frage, welches Produkt mit welcher Geschwindigkeit ich denn für meine Adresse bekommen könnte wurde mit der Aussage beantwortet, das können wir erst sagen, wenn wir das Produkt bei Ihnen installiert haben???? Ähh mal ehrlich, ich soll den Vertrag mit meinem bisherigen Anbieter kündigen und einen „Katze im Sack“-Vertrag mit der EWE abschließen und mich überraschen lassen was hier so ankommt? Nee, erinnert man sich an die Verwerfungen anderer Kunden, die bei einem Anbieterwechsel zu wochenlanger Funkstille im Netz führten, dann ist die Entscheidung schnell getroffen, ich lasse lieber alles beim Alten. 

"An die künftigen Schnell-Surfer" heißt in dieser Telekomwerbung die in Husbäke verteilt wurde

„An die künftigen Schnell-Surfer“ heißt in dieser Telekomwerbung die in verteilt wurde

Ende 2012 flattert dann plötzlich die Lösung in unseren Briefkasten: „An die künftigen Schnellsurfer“ heißt es dort im Adressfeld. Ach ja, war nicht von der Bürgermeisterin in einer ihrer Verwaltungberichte angekündigt worden, die Telekom wolle ihre Funkmasten in und mit der LTE-Technik aufrüsten. Damit kann man superschnelles Internet per Funk erhalten.

Aber ein Anruf bei der Service-Hotline brachte erneut schnelle Ernüchterung, „Nein, LTE-Technik können wir in ihrem Bereicht nicht anbieten und für die etwas langsamere Variante über UMTS ist das Signal dort zu schwach, das kann ich Ihnen nicht verkaufen“, war die klare Ansage der Telekom-Service-Mitarbeiterin. Nachfragen in zwei T-Punkt-Läden hatten das gleiche Ergebnis. Ein Anfrage bei der Edewechter Gemeindeverwaltung lieferte schließlich die Information, der LTE-Ausbau sei für März 2013 terminiert. Nun mit Ablauf des Märzes waren allerdings die wiederholten Recherchen zur Verfügbarkeit eines LTE-Signals in den südlichen Ortsteile von Edewecht immer noch negativ. Eine schriftliche Anfrage in Bonn, dem Hauptsitz der Telekom, warum denn hier Werbung für ein Produkt verteilt wird das nicht verfügbar ist, blieb unbefriedigend.

Nun kommt hoffentlich die Lösung, bei einer weitere Anfrage bei dem für die Kommunen zuständigen Mitarbeiter der „Telekom Technik GmbH“ bekam ich die Information, dass an beiden Standorten in Süddorf und Jeddeloh II die Inbetriebnahme von LTE800 bis zum Ende des jahres 2013 geplant sei. Die Antenneanlage in Jedeloh II soll in Kürze aufgebaut werden, der Standort Süddorf soll im Mai 2013 in Betrieb genommen werden.

Wer bis zu diesem Termin schnelles Internet per Funk nutzen möchte, muss sich zunächst mit dem UMTS-Signal begnügen, das von dem Funkmasten in Edewecht an der Hauptstraße 114 abgestrahlt wird. Um von dort ein sicheres Signal zu erhalten, sollte man jedoch eine Außenantenne nutzen, dabei empfiehlt es sich eine multifunktionale Antenne zu nutzen, die nach dem Einschalten der LTE-Technik weitergenutzt werden kann.

Das Fazit ist, dass Telekommunikationsunternehmen die eigentlich für die Bereitstellung der Infrastruktur für den Austausch von Informationen zuständig sind, nicht unbedingt das Verbreiten und das Austauschen von Informationen selbst beherrschen und beim Wettbewerb verliert leider ofmals der Kunde.  Schade eigentlich!

 

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Eine Antwort zu “Absurditäten des Wettbewerbs oder wie komme ich zu einem schnellen Internetanschluss”

  1. Jochen Gerdes sagt:

    Das ist ja erst der Anfang. Die Deregulierung wird ja auch andere Lebensbereiche, die noch viel wichtiger sind, erreichen.
    Es geht einzig und allein um Gewinnmaximierung.
    Wen schert´s? Big Brother, DSDS und Topp Model sind doch eine gute Ablenkung.

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