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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Freitag, 01. September 2000 | Thema: Edewecht ..., Schulpolitik

Edewechter GRÜNE für sechsjährige Grundschule

Das Ende der Orientierungsstufe ist in Niedersachsen von der SPD-Landesregierung eingeläutet worden. Welche Schulform an ihre Stelle tritt, ist noch nicht entschieden. Die GRÜNEN setzen sich für eine möglichst lange gemeinsame Schulzeit ein. Aus unserer Sicht gibt es gute Gründe, eine sechsjährige einzurichten.

Europaweit liegt die gemeinsame grundlegende Bildung für alle Kinder bei mindestens sechs Schuljahren. Die derzeit geplante Anbindung der 5. und 6. Klassen an die weiterführenden Schulen bedeutet, dass die gemeinsame Schulzeit von sechs auf vier Jahre verkürzt wird. Es ist nichts Neues, dass die CDU dies will. Es ist allerdings unverständlich, dass die SPD ein rückschrittliches Organisationsmodell favorisiert und erfolgreiche Modelle aus dem Inland (sechsjährige GS in Berlin und Brandenburg) und dem Ausland nicht in Betracht zieht. Die Grundschule muss heute eine Vielfalt von gesellschaftlichen Aufträgen erfüllen. Neben den traditionellen Aufgaben, das Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln, stehen vielfältige Arbeitsfelder: Soziale Erziehung, Umwelterziehung, Medienpädagogik (z.B. Internet), Integration von ausländischen Kindern. Für die Erfüllung dieser vielfältigen Anforderungen brauchen die Kinder die nötige Zeit – sowohl an jedem Schultag als auch in der längeren gemeinsamen Grundschulzeit.

Viele Grundschulen haben sich auf den Weg gemacht und ihren Unterricht verändert. Sie gestalten den Schulvormittag anders, haben die Halbtagsgrundschule eingeführt, unterrichten behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam. Diese erfolgreiche Arbeit kann in einer sechsjährigen Grundschule fortgeführt werden. Untersuchungen belegen, dass die Prognosesicherheit für die weiteren Schulen nach sechs gemeinsamen Schuljahren deutlich höher ist im Vergleich zu einer nur vierjährigen Schulzeit. Gerade in einer sechsjährigen gemeinsamen Schulzeit können nicht nur integrative, sondern auch reformpädagogische Modelle (z.B. jahrgangsübergreifendes Lernen, wie es in vielen niederländischen Grundschulen seit Jahren praktiziert wird) erfolgreich umgesetzt werden.

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