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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Dienstag, 29. Januar 2013 | Thema: Edewecht ..., Umwelt - Natur

Never Ending Story: Roter Steinweg See

Nachdem die Pläne für den Freizeitwegeplan am Roten Steinweg See für die Öffentlichkeit auslagen, setzen sich die juristischen Muskelspielchen rund um den Roten Steinweg See fort.  Im Jahr 2008 betonte Investor Decker aus Rastede noch, er wolle das Projekt nun zum Wohle und Vorteil der Gemeinde umsetzen, wovon man allerdings schon lange nichts mehr merkt.

Hier sollen bald gepflegte Gärten die Natur ablösen

Hier haben gepflegte Gärten die Natur abgelöst

Nun hagelt es wieder Anwaltsbriefe, von Grundstückseigentümern und Eingaben von Anliegern, die zum Teil in Realsatire gipfeln. (nachzulesen in der Bürgerinformation im Ratsinformationssystem, rechts oben auf der Seite Anlagen anonym anklicken und als pdf runterladen)

So heißt es beispielsweise in der Eingabe einer Eigentümergemeinschaft:“… sowie Flurstück 148/14 der Flur 28, Gemarkung Edewecht, die sehr nahe. an das Wasser führen ist es nicht auszuschließen, dass Wanderer an den See gelangen und es dadurch zu Unfällen, insbesondere mit Kindern, kommt.“ Es ist schon rührend wie besorgt sich die Eigentümergemeinschaft um die Kinder der Wanderer gibt, während sie die eigenen Kinder den Tiefen des Roten Steinweg Sees schutzlos aussetzen. Ich denke die  Kinderspielgeräte in den Gärten am Ufer des Sees werden wohl nicht nur moderne Gartendekoration sein.

Es scheint aber auch möglich, dass frevelnde Wanderer die Eigentümergemeinschaft schnell in den Ruin treiben denn: „Auch kann es zu Verschmutzungen des Sees und daraus resultierenden unkalkulierbaren Kostenlasten zur Reinhaltung für die Eigentümergemeinschaft kommen.“ mahnt die Eigentümergemeinschaft im nächsten Absatz der Eingabe.

Roter Steinweg See hier hatte die Natur das Nachsehen

See „Naturschützer“ bei der Arbeit

Auch um den Erhalt der Natur zeigt man sich sehr besorgt, so liest man in einem der Eingaben, die von der Anwaltskanzlei Labbe & Partner aus München verfasst wurde: „Alles in allem bleibt festzuhalten, dass es sich bei dem gesamten Gebiet rund um den Steinweg-See um ein Gebiet mit hohem ökologischem Standard handelt. Eingriffe in diesen schützenswerten Naturhaushalt erfolgten bereits durch die Ausweisung des Baugebietes. Eine weitere Beeinträchtigung des Areals dadurch, dass zukünftig eine Schar von Wanderern, teilweise mit frei laufenden Hunden, durch diese schützenswerte Bereiche zieht, kann nicht hingenommen werden.“ Wohl wahr, das geht nun wirklich nicht, dass die Wandererhorden mit ihren freilaufenden Bestien das „ökologische Gleichgewicht“ von exklusivem Wohnen, freiem Blick auf See und Natur, und Privatheit stören. Wo kommen wir dahin?

Da ist auch dieser Einwand nur zu gut zu verstehen: „Auch der Verlauf des Weges entlang des östlichen Ufers beeinträchtigt die Privatheit. War das Grundstück unserer Mandantin bislang vor neugierigen Blicken weitestgehend geschützt, so werden durch den Wegverlauf Einblicke freigegeben, die vor allem die Nutzung des rückwärtigen Grundstücksteils, also des Garten und der Badestelle, erheblich beeinträchtigt.“ Das ist ein Problem, das jedem Wanderer bekannt sein dürfte, denn viele Wanderer sind ja auch Eigenheimbesitzer. Denen ist sicher auch bekannt welche Aufwand man betreiben muss, um das eigene Grundstück vor den Blicken der Anderen zu schützen, wenn die Kinder dem sommerlichen Badevergnügen im Plantschbecken nachgehen.

Als sehr gravierend ist das zu erwartende Verkehrschaos durch Wandererscharen, freilaufende Kinder und Hunde zu werten, da kann es schon

So habe sie es am Liebsten!

So haben Sie es am Liebsten

zu erheblichen Verzögerungen kommen, glaubt zumindest ein Eigentümer und lässt ebenfalls durch die Anwaltskanzlei Lubbe & Partner mitteilen: „Durch die Bestimmung der Straße zum Freizeitweg würde diese Zweckbestimmung erheblich beeinträchtigt. Denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Zufahrt zu den nördlichen Grundstücken, insbesondere bei starker Frequentierung des geplanten Wanderweges erschwert wird. Nicht zuletzt durch Kinder und freilaufende Hunde etc. dürfte ein zügiges, risikoloses Erreichen der nördlichen Grundstücke nahezu unmöglich werden. Auch für die Ver- und Entsorgungsträger ist das Befahren der Straße bei gleichzeitigem Wanderbetrieb nur noch erschwert möglich.“

Am schlimmsten sind allerdings die böswilligen Wanderer, die immer einen Kanister Altöl dabei haben, für den Fall, dass sie an einem Gewässer vorbeikommen: „Durch den Verlauf des Freizeitweges, der am östlichen Ufer nahezu bis an den See heranreicht und dem dadurch bedingten erleichterten Zugang, steht ferner zu befürchten, dass es zu Verschmutzungen des Sees (vor allem durch mutwillig eingebrachtes Öl etc.) und in der Folge für unsere Mandantin als Miteigentümer zu einer gesteigerten Kostenlast zur Reinhaltung kommt.

Wer sich noch mehr mit der Lektüre der Sorgen aus der High Society amüsieren möchte, dem sei das Lesen der gesamten Eingaben zum Freizeitwegeplan empfohlen: http://buergerinfo.edewecht.de/vo0050.php?__kvonr=1221&voselect=272

Man fragt sich allerdings schon, glauben die das wirklich? Zumindest scheint ihnen nichts zu peinlich zu sein, um ihr Territorium vor dem gemeinen Bürger zu schützen.

Lesen Sie dazu auch: Roter Steinwegsee: Wegeführung des Freizeitwegeplanes stört Anlieger

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