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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Dienstag, 30. April 2013 | Thema: Lesetipps

Lesetipp: Geschichten aus dem Leben eines Rettungsassistenten

Ich habe das Buch „Schauen sie sich mal diese Sauerei an“ vor gut zwei Jahren in einer Bahnhofsbuchandlung in Kassel entdeckt. Mich hat das Foto auf dem Buchdeckel als langjährig berufserfahrenen Rettungsassistenten aufmerksam gemacht. Automatisch schaue ich hin und frage mich, was das wohl wieder für ein Schund ist. Aber das Lesen der Kurzbeschreibung hat mich neugierig gemacht und habe schließlich den Kauf in keinster Weise bereut. Mit der Bemerkung im Vorwort, dass einiges überzogen dargestellt sein, mag der Autor wohl die Leser bedienen zu wollen, die meinen so etwas gibt es ja gar nicht. Ich meine diese Bemerkung war überflüssig, denn ich kann aus meiner Erfahrung sagen, ja genau so ist es. Jede einzelne Geschichte hätte aus meinem Erfahrungsschatz stammen können, obwohl ich „nur“ in der Landrettung in einem beschaulichen norddeutschen Landkreis tätig bin. Das Leben und der Tod tobt also auch hier auf dem Lande und nicht nur in der pulsierenden Großstadt. Wer neben „Medicopter“, „Die Rettungsflieger“, „112 Sie Retten dein Leben“, „Die Bergwacht“ und Co. lesen möchte wie es im wirklichen Leben zugeht, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Der Autor zeigt mit einer angemessenen Mischung aus Humor und Respekt vor den Betroffenen besser als jede Dokumentationssendung im Fernsehen den Alltag zwischen Lapalie und ernsthafter Not. Es eignet sich auch herrlich zum Vorlesen haben wir festgestellt, etwas was in unser Familie lange nicht mehr vorgekommen ist seit unsere Kinder aus dem Vorlesealter raus sind. Wir habe lange und herzlich über die eigentlich gar nicht so witzigen Seiten des Lebens lachen können.

Vergangenes Jahr ist nun ist der zweite Band von Jörg Nießen erschienen: „Die Sauerrei geht weiter“. Jörg Nießen hat die Latte durch den ersten Band recht hoch gelegt, was es für den zweiten Band schwer machen wird, die gleiche Wirkung wie der erste zu erzielen. Man merkt bereits nach zwei bis drei Geschichten, dass Nießen schon  im ersten Band viel seines Pulvers verschossen hat. Wer die gleichen skurrilen Geschichten zum herzhaften Ablachen erwartet wird etwas enttäuscht. Aber nichtsdestotrotz ist auch der zweite Band ein empfehlenswertes Buch. Obwohl es dort etwas „ruhiger“ zugeht, bekommt man auch hier einen weiteren interessanten und unterhaltsamen Einblick in die Arbeit von Feuerwehren und Rettungsdiensten, und  in die mehr oder weniger großen Nöte von mehr oder weniger in Not Geratenen. Der Respekt vor den Menschen, über die Nießen im zweiten Band schreibt bleibt erhalten, auch wenn das Schmunzeln über deren mitunter eigentümlichen Erlebnisse dann doch noch Überhand gewinnt.

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