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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Montag, 28. Mai 2012 | Thema: Schulpolitik

OBS als Übergang zur IGS für die HRS-Edewecht beschlossen

Kontroverse Diskussion im Schulausschuss, Gruppe CDU/GRÜNE ändern ihren Beschlussvorschlag ab, SPD isoliert sich zum zweiten Mal

Alle die sich darüber beklagen, dass sich in den Fachausschüssen kaum noch Diskussionen und Meinungsbildung stattfindet, weil dies schon vorher im stillen Kämmerlein geschehen ist, wurden in dieser Schulausschussitzung eines Besseren belehrt.

Nach dem Regierungsschuldirektor Janßen ausführlich zur pädagogischen Arbeit in einer IGS und einer OBS referierte und Hauptamtsleiterin Knetemann die rechtliche Bedingungen zusammengefasst hatte, stellte die Gruppe CDU/Grünen ihren Änderungsantrag zur Beschlussvorlage  über die weitere Entwicklung der Haupt- und Realschule (HRS) vor. Der Antrag sah vor, dass zunächst die Einführung einer  Oberschule (OBS) ohne gymnasialen Zweig für die HRS beantragt wird und sobald sich die rechtlichen Voraussetzungen ändern, diese OBS in eine Integrierte Gesamtschule  (IGS) umgewandelt wird.

Haupt- und Realschule Edewecht

hier steht bald "Oberschule Edewecht"

Obwohl sich alle Fraktion am Tisch über das mittelfristigen Ziel, der Einrichtung einer IGS, einig waren, entbrannte über die Frage ob eine Übergangs- OBS mit oder ohne gymnasialen Zweig der bessere Weg sei, ein heftige kontroverse Diskussion. Während die Mehrheitsgruppe CDU/GRÜNE zunächst ihre Position mit der Begründung, dass der gymnasiale Zweig eigenständig neben der integrativen Beschulung von Haupt- und Realschülern laufen müsse und  man so  ein zusätzliches Gymnasium parallel zu der bestehenden Außenstelle des Gymnasiums Bad Zwischenahn/Edewecht und obendrein eine Konkurrenzsituation zu der geplanten OBS-Friedrichsfehn schaffen würde behauptete, sahen die Vertreter von SPD, UWG und des Elternrates die dringende Notwendigkeit eine OBS mit gymnasialen Zweig zu schaffen, die den Übergang in eine potentielle IGS erleichtere. Zudem wollte die SPD den Beschlussvorschlag so formuliert wissen, dass die Einführung der OBS nicht umgesetzt wird, sollte die Gemeinde Bad Zwischenahn ihre zwingend notwendige Zustimmung zu einem gymnasialen Zweig verweigern.

Während die Gruppe CDU/GRÜNE schließlich eine Sitzungsunterbrechung beantragte um über eine Abänderung des Änderungsantrages zu beraten, hielt  die SPD stur an ihrer Auffassung fest. Aus der Sitzungsunterbrechung ging ein neuer Beschlussvorschlag der Gruppe CDU/GRÜNE hervor, mit dem der Beschlussvorschlag der Verwaltung lediglich um folgenden Text ergänzt werden sollte: ” Sofern sich die rechtliche Grundlage zur Einführung einer IGS nach der Landtagswahl 2013 verändern sollte und in der Folge der Elternwille das Bedürfnis für eine Umwandlung der OBS zur IGS unter Beibehaltung der Außenstelle Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht ergibt, wird diese Umwandlung zum nächst möglichen Termin zugestimmt.” Dieser Beschlussvorschlag wurde bei drei Gegenstimmen (SPD) angenommen.

An dieser Stelle hat sich die SPD zum zweiten Mal isoliert, bereits im vorangegangenen Schulausschuss stellte sich die SPD gegen die Mehrheit des Schulausschusses (Gruppe CDU/GRÜNE, UWG, Lehrervertreter, Elternvertreterin), die sich alle eine Bedenkzeit erbaten um die geballten neuen Informationen bewerten zu können. Die SPD hingegen wollte  sofort eine Entscheidung treffen, was deutlich macht, dass es mit der Elternbefragung nicht so ernst gemeint gewesen sein kann. Es scheint der Edewechter SPD nicht um eine tragfähige Sachentscheidungen zu gehen, mit der alle Beteiligten gut leben können, sondern nur um ihr eigenes Profil. Wenn allerdings dieses „dagegen sein um jeden Preis“ zu der am Beginn der Wahlperiode angekündigten Profilbildung  gehört, dann habe wir in dieser Wahlperiode nicht mehr viel Konstruktives von dieser Partei zu erwarten. Zu einer konstruktiven Politik im Sinne der Bürger und Bürgerinnen, hier speziell der Schüler und Schülerinnen, gehört eine gewisse Kompromissfähigkeit. Mit fundamentalistischen Sturheiten, die man eigentlich von anderen Parteien gewohnt ist, erreicht man dies nicht.

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