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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Samstag, 11. Mai 2013 | Thema: Umwelt - Natur, Vehnemoor

Wirklich eine gute Nachricht für @Edewecht und umzu??

Vor vier Wochen habe ich unserem grünen Landwirtschaftsminister noch zugetwitter:  „@GruenMeyer das ist eine gute Nachricht für #Edewecht und umzu. Denn er hat in einem tweet verkündet,  „Positive Entscheidung: Niedersachsen will beenden und Moore als CO2-Speicher schuetzen!

Bei meinem heutigen Gang am Rande des Vehnemoores merkte ich, dass meine spontane Zustimmung vor vier Wochen so nicht stehen bleiben kann.

Denn so positiv die Intention der rot-grünen Landesregierung sein mag, es wird an dieser Stelle etwas entscheidendes übersehen.  Es gibt in Niedersachsen kaum noch und im Ammerland gar keine intakten Moore mehr, die man damit schützen könnte. Unsere Moore sind trockengelegt und werden mehr oder weniger intensiv als Grün- oder Ackerland bewirtschaftet. Dazu muss man wissen, der Torf zersetzt sich unter der Bearbeitung, setzt immense Mengen klimaschädliches CO² frei, das Höhenniveau der Landschaft sinkt, die Entwässerungsgräben müssen immer tiefer werden und obendrein gibt es Belastungen durch Gülle, Pflanzenschutzmittel etc. Es dauert zwar länger als beim Abtorfen bis sämtliches CO² freigestzt wird, passieren wird es aber auf jeden Fall.

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Im Grunde ist es egal wie das CO2 aus Boden kommt…

Wenn nun die Landesregierung den Torfabbau reduzieren will und die grüne Landtagsfraktion darin „eine wichtige Maßnahme zum Schutz von Natur und Klima erkennt“ wie in einer Pressemitteilung vom 9. April 2013 heißt, muss aber auch gleichzeitig geklärt werden, was mit den intensiv bewirtschafteten Flächen passieren soll, damit das CO² im Torf bleibt. Es stellt sich die Frage woher das Geld kommt damit beispielsweise brachliegende Flächen nicht an die Torfindustrie verpachtet oder verkauft werden oder noch bewirtschaftete Fläche für den Moorschutz zur Verfügung gestellt werden und woher das Geld kommen soll um diese Flächen wieder zu vernässen. Denn lässt man die Moore trocken liegen, kommt das CO² an die Oberfläche. Es wird wohl kaum ein Landwirt seine Flächen für den hergeben ohne angemessen entschädigt zu werden. Und angemessen bedeutet hier mehr als ein guter Kaufpreis, denn der Landwirt gäbe die Grundlage seiner Existenz her. Es ist also nicht allein damit getan, dass man Torfabbaugebiete aus dem Landesraumordnungsprogramm (LROP) streicht.

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.. ob durch Torfabbau, Nutzung als Ackerland oder als Grünland, …

„Torfabbau ‚frisst‘ viel Land, zerstört die gewachsene Kulturlandschaft und spaltet ganze Dorfgemeinschaften“, sagt Meta Janssen-Kucz, Sprecherin für ländliche Entwicklung und Raumordnung in der Landtagsfraktion der Grünen in der gleichen Pressemitteilung. Aber mal erhrlich, es kann nicht das Ziel sein alternativ die sogenannte Kulturlandschaft zu erhalten. Was hier Kulturlandschaft heißt, zeigen die drei Bilder in diesem Beitrag, die übrigens alle vom gleichen aus Standpunkt aus aufgenommen wurden. Ödnis egal in welche Richtung man schaut, in ein paar Monaten wird der Acker schön grün sein als endlose Maismonokultur, auf das Grünland wird sicher noch das eine oder ander mal Gülle ausgebracht bevor es für das Silo abgeerntet wird. Und das CO² strömt weiter, auch wenn die Fläche nicht mehr als Vorranggebiet für Torfabbau deklariert ist. Diese Landschaft hat m.E. nicht mehr viel mit der oft verklärend ins Spiel gebrachte Kulturlandschaft zu tun.

Bereits vor zwei jahren haben haben die Edewechter GRÜNEN darauf aufmerksam gemacht, dass allein mit dem reinen Streichen der

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… es sieht alles gleich öde aus, ob grün, hell oder dunkelbraun!

Vorranggebiete das Problem nicht zu lösen ist (lesen Sie dazu: Torfabbau muss differenzierter betrachtet werden und Grüne Moorerkundungstour durch Ammerländer Hochmoore ). Es muss also dringends der zweite Schritt folgen, zaghafte Ansätze sind vorhanden, die nur konsequent weiter entwickelt werden müssten. So wurde z.B. für nicht wenig Geld das ILEK Mittlers Ammerland ins Leben gerufen, eins von vielen Zielen war es dort einen runden Tisch in Edewecht zu initieren, um alle Betroffene, Landwirte, Torfindustrie, Naturschützer, Politik, etc. an der Erarbeitung eines tragfähigen Kompromisses zu diesem Problemkreis zu beteiligen. Leider hört man davon nichts mehr, es wird wohl Zeit mal wieder nachzufragen!

Eines ist jedoch klar, die einfache Streichung des Torfabbaus aus dem Landesraumordnungsplan wird, so absurd es sich auch anhört, die zur Zeit einzige Grundlage für eine Chance auf Widervrnässung unserer Moore streichen.

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