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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Donnerstag, 25. September 2014 | Thema: Verkehr

B 401: Was soll noch passieren …

… bis endlich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung wach werden?

Sonntagvormittag, mein Telefonat wird durch zwei ohrenbetäubende dumpfe Aufschlageräusche unterbrochen, schnell war klar, der nächste Unfall auf der Bundesstraße. Kurzer Gedanke, die eigenen Angehörigen sind alle dort wo sie jetzt sein sollten, okay dann los schauen was passiert ist, Erste-Hilfe leisten. Ein reales Szenario, das wohl fast jeder Haushalt entlang der Küstenkanalstraße in Edewecht, der B 401, kennt.

Der Fahrer des roten Mercedes übersah einen Linksabbieger und fuhr ungebremst auf. Foto: Uwe heiderich-Willmer

Der Fahrer des roten Mercedes übersah einen Linksabbieger und fuhr ungebremst auf. Foto: Uwe Heiderich-Willmer

So geschahen auf der Bundesstraße 401 im Jahr  2005 im Bereich der Gemeinde Edewecht 55 und im Jahr 2006 47 polizeilich aufgenommene Unfälle. Das heißt übersetzt, auf der Bundestraße 401 ereignete sich durchschnittlich 1 Unfall pro Woche. In den Jahren 2007 und 2008 reduziert sich die Unfallzahl auf 36 bzw. 25 Unfälle. Der stufenweise Rückgang der Unfallzahlen im Jahre 2007 und 2008 geht mit den Inbetriebnahmen der Ampelanlagen in Klein-Scharrel und einher.

Der silberne Wagen wurde von einem auffahrenden Wagen in den Gegenverkehr geschoben, ein klassisches Unfallszenario auf der B 401. Foto: Uwe heiderich-Willmer

Der silberne Wagen wurde von einem auffahrenden Wagen in den Gegenverkehr geschoben, ein klassisches Unfallszenario auf der B 401. Foto: Uwe Heiderich-Willmer

 

Die Anzahl der Unfälle bleibt in den Folgejahren jedoch ähnlich hoch: 2011 ereigneten sich 40 Unfälle mit 7 Leicht- und 2 Schwerverletzen, 2012 waren es 37 Unfälle mit 9 Leichtverletzten und 1 Schwerverletzten, 2013 wurden bei 34 Unfällen 14 Menschen schwer und 1 Mensch leicht verletzt, ein Mensch kam 2013 zu Tode.

Auch setzt sich die Unfallserie fort, die Folgen: neben mehreren zum Teil schwer Verletzen Menschen kam bereits eine Person ums Leben. Die Unfallursachen liegen in der Regel in nicht angepasster Geschwindigkeit, in riskanten Überholmanövern und übersehenen Abbiegevorgängen, wie jüngst wieder auf der Bundesstraße (siehe Fotos).

Diese Fahrzeug wurde von der Wucht des Aufpralls auf den Hof eine Mehrfamilienhauses geschleudert, zum Glück waren zu dieser Zeit weder auf dem Hof noch auf dem Fuß- und Radweg Menschen unterwegs. Foto: Uwe Heiderich-Willmer

Diese Fahrzeug wurde von der Wucht des Aufpralls auf den Hof eine Mehrfamilienhauses geschleudert, zum Glück waren zu dieser Zeit weder auf dem Hof noch auf dem Fuß- und Radweg Menschen unterwegs. Foto: Uwe Heiderich-Willmer

Kein Wunder also, dass sich die Anwohner routiniert verhalten wenn es drauf ankommt, an Übung fehlt es nicht. Allerdings ist dies eine Hilfsbereitschaft auf die jeder Beteiligte gerne verzichten möchte.

Bereits 2009 habe ich gemeinsam mit der GRÜNEN Ratsfraktion Edewecht die Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und ein Überholverbot beantragt (Antrag Geschwindigkeitsbegrenzung und Überholverbot B401 und L828). Die Kommentare im Straßen- und Wegeausschuss waren, zum Ärgernis der anwesenden Anwohner der Küstenkanalstraße, von der Mentaltät „freie Fahrt für freie Bürger“

Die Wucht des Aufpralls reichte noch um den auf dem Hof geparkten Oldtimer einen guten Meter zur Seite zu schieben. Foto: Uwe Heiderich-Willmer

Die Wucht des Aufpralls reichte noch um den auf dem Hof geparkten Oldtimer einen guten Meter zur Seite zu schieben. Foto: Uwe Heiderich-Willmer

geprägt. Die Antworten von Bürgermeisterin Petra Lausch und den Mitgliedern der CDU-, FDP- und  SPD-Fraktionen waren nicht wirklich zielorientierte, es blieb bei plakativen Forderungen, wie die Erhöhung der Bußgelder und mehr Kontrollen. Der Antrag wurde letztendlich abgelehnt. Die UWG schwieg einfach zu diesem Thema ( Ausschuss lehnt Antrag der GRÜNEN zur Geschwindigkeitsreduzierung ab).

Nun hat die GRÜNE Ratsfraktion auf meine Initiative hin erneut den Antrag gestellt, auf der Bundesstraße 401 die Geschwindigkeit im Bereich der Gemeinde Edewecht auf 80 km/h zu reduzieren, das Überholen zu verbieten und diese Maßnahmen schließlich auch engmaschig zu kontrollieren (Antrag: Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung und eines Überholverbotes auf der Küstenkanalstraße B401). Denn nur so ist mehr Sicheheit für die Anwohner und Nutzer dieser Straße zu erreichen. Und dass dies gelingen kann, zeigt ein positives Beispiel aus Nordhessen:

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B7_ Der Blitzer hat die Todesstrecke entschärft – Seit Oktober 2006 kein tödlicher Unfall mehr – Geschwindigkeit ist insgesamt deutlich gesunken _ Print

Dort gab es trotz dreispurigem Ausbau immer wieder schwere Unfälle, die nach der Anordnung von 80 km/h schlagartig zurück gingen.

Was soll also noch passieren, dass die Politik und die Verwaltung in der Gemeinde und im Landkreis endlich wach werden?

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