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Uwe Heiderich-Willmer

heiderich-willmer.de
Samstag, 06. Juni 2009 | Thema: Umwelt - Natur

Sandabbau in Husbäke ignoriert vorgesehene Folgenutzung und Vorsorgegebiet

In nördlich des Kanals plant die Firma Hilgen in großem Stil Sand abzubauen. 3,6 Mio. Kubikmeter Sand sollen auf einer Fläche von 38 Hektar bis zu einer Tiefe von fast 32 Metern mit einem Saugbagger gefördert werden, die NWZ berichtete. Nach Abschluss der Arbeiten in über 20 Jahren wird dort ein See vergleichbaren Ausmaßes wie am Roten Steinweg hinterlassen.

Im letzten Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt wurde mehrheitlich gegen die Stimme der Grünen empfohlen das städtebauliche Einvernehmen zu dem umstrittenen Projekt zu erteilen. Dieses

Alter Torfstich in Husbäke nörlich des Kanals, hier soll eine riesen Sandgrube wie am Rotensteinweg entstehen

Sandabbauvorhaben soll auf Flächen stattfinden, die im Regionalen Raumordnungsprogramm als „Vorsorgegebiet für Grünlandbewirtschaftung, -pflege und -entwicklung“ ausgewiesen sind. Im Regionalen Raumordnungsprogramm heißt es hier zu:

„In Vorsorgegebieten für Natur und Landschaft sowie Grünlandbewirtschaftung, -pflege und –entwicklung ist die Gewinnung von Rohstoffen nur möglich, wenn Landschaftsbild und Naturhaushalt hierdurch nicht auf Dauer beeinträchtigt werden.
Die Folgenutzung soll darüber hinaus in diesen Gebieten zur Erhöhung der Vielfalt an Lebensräumen und Lebensgemeinschaften beitragen.“

Ferner findet und fand in diesem Gebiet ein Torfabbau statt, dessen Genehmigung als Folgenutzung eine Wiedervernässung, also die Neuanlage eines Moores vorschreibt.

Die Edewechter Grünen fragen nun nach dem Sinn solcher Verordnungen wenn sie mit aller Regelmäßigkeit zu Gunsten eines Unternehmers ignoriert werden. „Es muss sich keiner wundern, wenn die Bürger die Glaubwürdigkeit von Politik und Verwaltung in Frage stellen, wenn laufend bestehende Vorschriften und Verordnungen missachtet und übergangen werden“, beklagt Uwe Heiderich-Willmer Fraktionssprecher der Grünen Ratsfraktion in Edewecht.

Alter Torfstich in Husbäke, hier ist noch Voranggebiet für Natur und Landschaft als Folgenutzung nach dem Torfabbau. das soll sich ändern.

Wir erinnern: am Roten Steinweg wurde in einem Vorsorgegebiet für Natur und Landschaft und mit der Folgenutzung „natürliche Sukzession“ nach ein Bebauungsgebiet für „exklusives Wohnen“ mehrheitlich beschlossen. „Was erwartet uns in 23 Jahren in Husbäke? Auf die festgeschrieben Folgenutzungen kann man nicht vertrauen, das haben wir am Roten Steinweg gelernt“, bemerkt Heiderich-Willmer.
Neben dem ignoranten Vorgehen gegenüber bestehenden Verordnungen gibt es noch weitere problematische Aspekte. Die Erschließung über die B401 wird als großer Vorteil herausgestellt. Nicht erwähnt wird dabei, wie die angekündigten 50 LKWs pro Tag von bzw. auf die Bundesstraße ab- bzw. einbiegen sollen. Bei dem Geschwindigkeitsniveau ist dies nur mit Errichtung einer Linksabbiegerspur

möglich. „Nur wo soll der Platz für eine dritte Fahrspur hergenommen werden“, wendet Heiderich-Willmer ein, „rechts ist der Kanal also bleiben nur die Grundstücke der Anlieger, was will man tun wenn diese keine Gelände abgeben wollen, Enteignen oder wöchentlich mindestens einen Verkehrsunfall hinnehmen,“ fragt Heiderich-Willmer weiter.

Auch ist mit einer erheblichen Zunahme an Lärm und Staub für die bereits jetzt schon durch die Bundesstraße geplagten Anwohner zu rechnen. 50 LKW-Fahrten pro Tag das heißt bei einem 10 Stundenbetrieb alle 12 Minuten eine LKW-Fahrt. Für die Anwohner bedeutet dies eine enorme Zunahme von Lärm durch anfahrende und bremsende LKWs und bei Trockenheit einen erheblichen Sandflug, der schon jetzt an anderer Stelle entlang dieser Straße zu beobachten ist.

Das Fazit für die Grünen: an dieser Stelle ist ein mit den Belangen der Anlieger sowie den Belangen der Raumordnung und der vorgesehenen Folgenutzung vereinbarer Sandabbau nicht möglich.

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2 Antworten zu “Sandabbau in Husbäke ignoriert vorgesehene Folgenutzung und Vorsorgegebiet”

  1. Peter Last sagt:

    Hallo Uwe,

    nun geht es ja wohl in die nächste Runde mit dem Sandabbau in Husbäke. Gibt es, wenn man eine Eingabe beim Landkreis machen möchte, irgendwelche Formalien, die eingehalten werden müssen?

    Liebe Grüße von

    Helga und Peter

    • he-wi sagt:

      Hallo Helga und Peter,

      folgendes hat die Bürgermeisterin am 03.12.12 in Bauausschussitzung mitgeteilt:

      „Sandabbau an der Küstenkanalstraße in Husbäke

      Bis zum Jahr 2011 hat die Firma Hilgen ein Vorhaben für den Abbau von Sand an der Küstenkanalstraße in Husbäke verfolgt. Eine entsprechende Bauvoranfrage lag dem Landkreis vor, die dann im September 2011 zurückgezogen wurde. Nunmehr interessiert sich die Firma Mildenberger, Friesoythe, für den Sandabbau an dieser Stelle. Der Landkreis hat hierzu im Hinblick auf das notwendige Planfeststellungsverfahren u. a. die Gemeinde zu einer Antragskonferenz eingeladen. Die Antragsfläche vergrößert sich um die westlich angrenzende Fläche, auf der zurzeit die Firma Hertema Torf abbaut. Die Verwaltung wird nach der Antragskonferenz dazu berichten.“

      Das ist der aktuelle Stand dazu, wenn es soweit ist, dass die öffentliche Auslegung beginnt und man Stellungnahmen abgeben kann findet ihr das unter http://www.edewecht.de/buergerservice-politik-verwaltung/virtuelles-rathaus/interaktive-planungsbeteiligung.php oder http://ammerland.de/buergerbeteiligung.php ihr kommt über beide Wege zum Online-Beteiligungsverfahren, dort kann man bequem online seine Anregungen und Bedenken einbringen. Aber bis es soweit ist, wird da sicher auch noch durch die Presse gehen und ich werde euch auf demLaufenden halten.

      Zur Zeit ist aber das hier aktuell https://heiderich-willmer.de/wp-content/uploads/2013/04/2013_FB_III_1254_Uebersichtsplan.pdf Die Fa. Alpenflor, Weilheim (mit Betriebsstätte in Husbäke), beabsichtigt den noch vorhandenen Schwarztorf bis auf eine Restmoorauflage von etwa 50 bis 80 cm abbauen, und zwar im Fräsverfahren. Abgebaut werden sollen rund 67.000 cbm. Die Abfuhr erfolgt über die B 401. Der Abbau soll im Jahr 2023 beendet sein. Im Regionalen Raumordnungsprogramm ist die Antragsfläche als Vorranggebiet für den Torfabbau ausgewiesen. Als Folgenutzung ist nach den Antragsunterlagen die Wiedervernässung der Fläche vorgesehen. Hierzu hat die Gemeinde ihr Einvernehmen erteilt. Es gibt auch keinen sachlichen Grund das nicht zu tun, weil der Antragsteller eine Recht darauf hat, wenn er alle Auflagen erfüllt.

      Wie sich das allerdings mit dem geplanten Sandabbau verträgt ist mir noch nicht klar, ich denke da müssen wir die Ergebnisse aus der Antragskonferenz abwarten.

      Ich hoffe euch damit ein wenig geholfen zu haben. Wenn es neues gibt werde ich hier darüber berichten.

      Liebe Grüße
      Uwe

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